Corona …

… und was es mit uns macht

Es sind nun gut neun Wochen vergangen, seit in der Schweiz das Notrecht im Zusammenhang mit der Corona Pandemie verhängt wurde. Schulen geschlossen, Restaurants geschlossen, Läden geschlossen, Anlässe verboten, Gruppen über fünf Personen verboten.

Für mich wird es Zeit mal wieder die Fakten zu büschelen, rund um die nicht mehr enden wollende Medienhype-Krise, – Corona. Der Begriffswirrwar und die allgemeine Verunsicherung macht das für mich nur schon aus psychohygienischen Gründen notwendig. Alleine vom Spazierengehen, Heimbürölen, Ruhighalten und öfteren Aperölen, wird die Stimmung auch im Wallis nicht besser. Aufgrund meiner «Recherchen» in den elektronischen Medien, konnte ich doch Einiges in Erfahrung bringen und so wieder in das Gedächtnis zurückrufen.

Der örtliche Ursprung der Corona Virus-Epidemie in China ist wahrscheinlich ein Markt der zentralchinesischen Stadt Wuhan. Dort wurden nebst Fisch auch Fledermäuse, Schlangen und weitere Wildtiere gehandelt. Das Virus wurde wahrscheinlich von Fledermäusen oder indirekt via Schuppentiere, auf den Menschen übertragen. Die gemeinten Schuppentiere sind übrigens ganz pusselige, zahnlose, Ameisen und Termiten fressende Säugetiere und ähneln dem Ameisenbären. Seither wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Das neue Corona-Virus, genannt «SARS-CoV-2», gehört zur selben Virusfamilie wie sechs weitere, bereits seit Jahren oder Jahrzehnten beim Menschen bekannte Corona-Viren. Sie lösen seit jeher meist im Winterhalbjahr Schnupfen und eher milde Erkältungen aus.

Die WHO hat am 11. Februar 2020 der Atemwegserkrankung, die durch das neue Coronavirus verursacht wird, den Namen COVID-19 gegeben. Am 11. März 2020 erklärt die WHO die bisherige COVID-19 Epidemie zur Pandemie, einer länder- und kontinentübergreifenden Infektionskrankheit. Offiziell wird ab diesem Zeitpunkt von einer Corona-Krise gesprochen. 

Es liegt offenbar in der Natur des Menschen, sich bei derartigen Krisen besonders irrational zu verhalten. Traditionalistisches Verhalten wird verstärkt spürbar. Die eigenen Sicherheitsbedürfnisse nehmen stark zu. Auseinanderhalten von Fakten und Thesen wird in unserem «medienverseuchten» Kulturkreis extrem schwieriger. Das Verbreiten von Gerüchten, gut vermischt mit Verschwörungstheorien, Halbwahrheiten aber auch Fakten, führen zu einem Informationseintopf, der die allgemeine Verunsicherung nährt. Diese wiederum wird durch Soziopathen und Kriminelle auf übelste Art ausgenützt. Viele Politiker ähneln in ihrem Handeln dieser Unart und versuchen ebenfalls Nutzen aus der Verunsicherung zu ziehen. Ein sich immer schneller und mit den heutigen Medienwerkzeugen rasant um die Erde verbreiteten Informationsmix, kurbelt seit langem die Verunsicherungstrends weiter an. Was anfangs noch zu bewältigen war, führt ins masslose Übertreiben und Anheizen der Stimmung in der Bevölkerung. Glaube, eigene Wahrnehmungen, Panik, Unwissenheit und Profitiergehabe, gut geschüttelt und gerührt, nährt einen sich spiralförmig drehenden Sog. Was Recht und Ordnung war führt zu Chaos, Unfrieden und Ruin.

An diesem Punkt stehen wir gottseidank nicht, auch wenn uns dies nach «nur» 9-wöchiger Eingeschränktheit einige Zeitgenossen weismachen wollen.

Was können wir aus dieser Krise und dem Erlebten lernen? Was werden wir für uns persönlich mitnehmen. Ich für mich habe folgendes «gelernt». Jeder muss sich mit seiner eigenen Situation individuell abfinden können. Medienschaffende tragen durch ihre Arbeit nicht zwangsläufig zur Verbesserung der Faktenlage bei, auch wenn sie selbst davon überzeugt sind. Nachplappern ist keine Tugend. Traue keinen Statistiken, wenn Du sie nicht verstehst. Fakten und Deutungen müssen immer nachvollziehbar sein und von bekannten, vertrauenswürdigen Quellen stammen. Medienschaffende sind auch nur Menschen. Menschen lügen, sind dumm, sau dumm, blitz gescheit, effekthascherisch, genügsam, zufrieden unzufrieden, alt, jung, böse, nett, lieb, opportunistisch, mutig, feige, usw. Es tut gut wieder einmal auch fremden Menschen zuzuhören, mit ihnen zu sprechen. Es tut auch gut dazuzugehören. Es tut gut einmal die Luft rauszunehmen. Globalisierung nützt nicht allen. Wir wissen nicht alles, das müssen wir wissen. Es gibt nicht für jede Krankheit ein Pflästerli. Innovation ist nicht ein Produkt, das aus der Komfortzone kommt. Einander helfen macht stark. Glauben hat nichts mit Vernunft zu tun. Wir müssen uns darauf besinnen, dass die Suche nach der Ursache nicht per se schlecht ist. Es ist fatal für unser Weiterkommen, Ursache und Schuld zu verwechseln. In einer Krisensituation auf Schuldige zu zeigen, lenkt von der eigenen Unfähigkeit ab, diese bewältigen zu wollen. Wachstum durch Konsumverhalten anzutreiben ist fantasielos. Fünfzig Prozent der arbeitenden Bevölkerung ist es nicht «vergönnt» Homeoffice zu machen. Wie weit kämen wir mit Hausbüro, wenn diese fünfzig Prozent auch zuhause bleiben würden? Weniger Mobilität schränkt die Kriminalität ein. HG bedeutet im Fachjargon, Häusliche Gewalt! Mit «etwas Hüsteln» kann man die Welt recht effektvoll aus den Fugen hebeln, da braucht es keine religiös motivierten Anschläge. Die Schweiz bestand offenbar vor Corona aus tagtäglich und tagnächtlich vollgepropften Beizen und Baren. Auch millionenschwere Spieler (auch im Fussball) leiden stark unter der Zwangspause. Verschwörungstheoretiker sollten vermehrt, wie sau dumme Präsidenten auch, zur Schau gestellt und lächerlich gemacht werden. Dies gilt auch für die blökend demonstrierenden Blödlinge, die genau jetzt ihre demokratischen Rechte einfordern. Wer Demokratie leben will, muss zwangsläufig verstehen – Zusammenhänge verstehen. Ich weiss wieder, wie ich meine Hände richtig waschen muss. Ein Taschentuch ist nicht nur zum Schnäuzen gut. Der Ellbogen hingegen eignet sich zum Schnäuzen schlecht. Die Bundesverwaltung hat bewiesen, dass sie ausserordentlich kompetente Mitarbeitende hat – Chapeau! 

Ich bin ab der Krisen-Situation, in der wir uns befinden, nicht nur unglücklich. Darf man das überhaupt sagen? Ich meine das so. Holzberührend bin ich froh, dass mein Umfeld und ich vor gesundheitlichen oder existenziellen Folgen dieser Krise bisher verschont geblieben sind. Da kann man schon eine grosse Lippe riskieren. Ich bin trotzdem nicht unglücklich darüber, dass all jenen, die sich in ihrem Wattebausch wohlfühlten, praktisch und real vor Augen geführt wurde, was abgeht, wenn’s mal abgeht. Aus meiner persönlichen Sicht ein moderates vor Augen führen. Niemand musste Hunger oder Durst leiden, alle hatten Strom, fliessend Kalt- und Warmwasser, die Medien und Kommunikationskanäle haben bestens funktioniert und geheizt war es auch. Möglicherweise haben die eigenen Kinder mehr als sonst genervt. Das ist die echte Welt! Seit dem 11. Mai kann der Präsenzunterricht in der obligatorischen Schule wieder stattfinden. Einkaufsläden, Märkte, Museen, botanische Gärten, Zoos, Bibliotheken, Gastronomiebetriebe und Sportanlagen dürfen wieder öffnen – unter strikter Einhaltung von Schutzkonzepten. Ab Samstag, 16. Mai 2020, wird das Grenzregime zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich gelockert. Verwandte dürfen wieder besucht werden. 

Gut so! Ich denke wir haben alle viel gelernt. Die einen werden es in Erinnerung behalten können und wollen, die anderen halt nicht. Damit müssen die anderen leben!