Tote Pferde reiten

Der Innovation auf den Füssen stehen

Die Strategieverantwortlichen zusammen mit dem fürstlichen Hofstaat müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, die Gesamtübersicht des fürstlichen Informationsmanagements verloren zu haben. Technische Trends werden vernachlässigt oder zu wenig innovativ verfolgt. Die Folgen sind, veraltete ineffiziente Infra- und Servicestrukturen, verbunden mit extrem hohen „EhDa“-Kosten in den Grafschaften. Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“ Nun, Weisheit beruht auf Wissen, Erkenntnis, Verständnis und Einfühlungsvermögen. Dies mag der Grund sein, weshalb das Absteigen schwerfällt. In der Praxis gilt heute der Leitsatz: „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, sorge für einen bequemen Sattel – es könnte ein langer Ritt werden!“ Damit kann man sich arrangieren, vorausgesetzt die Innovationen ziehen nicht schneller vorbei, als sich das Pferd bewegen lässt. 

Es fehlt nicht an Innovation, es fehlt an Ideenquellen, die zu Ideen und damit zu Innovationen führen. Gute Ideen gibt es unendlich viele. Man muss nur ihre Quellen finden. Eine der nie versiegenden Quellen sind die Untertanen und die Hoflieferanten. Diese Quellen einfach so sprudeln zu lassen, mag für Naturverbundene wohltuende Gefühle wecken. Es plätschert ein Bächlein über Sand und Gestein … Für unseren Zweck liessen sich die Bächlein aber auch kanalisieren, filtern und zu einem grossen Ideen-See zusammenführen. Wahrnehmen von Trends und Veränderungen, Ableiten von Chancen, Analysieren von Verhalten des Hofstaats und der Untertanen, begleiten von Hofnarren in ihren Arbeitsprozessen. Analysieren und adressieren von Stärken und Schwächen. Über die eigenen Burgmauern schauen und herausfinden wie es andere Grafschaften machen. Vernetzen wir uns mit dem Volk den Bauern, bevor wir die Adligen und Ritter um Hilfe rufen. Die heben wir uns am besten für die Umsetzung auf. Pflegen wir ein Innovationsmanagement, dass die guten Ideen nicht in der Schatulle verschwinden lässt. Sie sollen umgesetzt und fair honoriert werden. Eine politisch motivierte Verhinderungstaktik des Fürstentums darf nicht mehr sein! Es muss immer klar sein welche Anforderungen erfüllt werden müssen, damit die richtige Innovationsart gesucht wird. Geht es um technologische Lösungen oder geht es um Anwenderbedürfnisse? Es reicht in der Neuzeit nicht mehr, wenn der Marschall als Heerführer des Fürstentums befiehlt, mit einer Tagesleistung von 300 km zu reiten, wenn die Pferde nur 150 km schaffen und die Reiter die Flagge des Vorausreitenden nicht mehr sehen. Das Aufwirbeln von Dreck und Staub mag imposant aussehen, hat aber mit Innovationsmanagement nichts zu tun und die nachfolgenden Argumente und Machenschaften können wir uns schon mal ganz abschminken!

  • Überstunden für Reiter und Pferd anordnen.
  • Regelmässige Teamgespräche mit externem Supervisor anordnen, um die Kommunikation zwischen Reiter und totem Pferd zu verbessern.
  • Untertanen, die darauf hinweisen, dass das Pferd tot ist, zu Motivationsseminaren „Positiv denken im Fürstentum“ anmelden.
  • Outsourcen des Stalls für tote Pferde, um Futterkosten zu sparen.
  • Futterlieferant wechseln.
  • Tote Pferde zu reiten ist der Normalzustand, andere tun das auch.
  • Erstellen einer Power-Point-Präsentation, um zu zeigen, was das Pferd könnte, wenn es nicht tot wäre. 
  • Leugnen, jemals ein Pferd besessen zu haben.

Ich vermute, dass sich viele Leserinnen und Leser überlegen, wo denn bei uns im Fürstentum tote Pferde herumliegen sollen. Das müsste man doch riechen! Da haben sie nicht unrecht. Man müsste sie eigentlich riechen. Nun es hat sich gezeigt, wenn man der Innovation lange genug auf den Füssen steht, leidet der Geruchssinn stark darunter.