EhDa-Ressourcen

Was nichts kostet ist auch nichts wert!

Der Rat der Fürstentümer lässt sich immer wieder und in regelmässigen Abständen dazu verleiten, den Zehnten zu erhöhen. Dies geschieht seit langer, langer Zeit in ganz kleinen, feinen Schritten. Die Untertanen sollen dabei in ihren Wohlfühloasen keinesfalls gestört werden. Bekanntlich führen verschiedene Symptome immer häufiger zu latentem Unbehagen im Volk. Dies soll nicht unnötigerweise geschürt werden. Die Alchemisten sind sich fürstentumsweit noch nicht einig, welche Ursache genau dieses Unbehagen hat. Sie sprechen inzwischen von einem Syndrom das sie «Untertanenschröpfung» nennen. Die Auswirkung hingegen konnte eindeutig ermittelt werden. Typischerweise verursacht die Untertanenschröpfung zwangsläufig zu einem sogenannten Talerschleudern. Talerschleudern ist typischerweise und fast ausschliesslich im Hofstaat der Fürstentümer zu beobachten. Die daraus entstehenden Talerhaufen, werden in erster Linie dazu verwendet, totgerittene Pferde zu ersetzen. Soweit ist diese Beschaffungstaktik wirklich sinnvoll. 

Der durch das Halten von Pferden anfallende Dung/Mist wird durch Beisetzung von Lavendelwasser für die Düngung der wenig substanziellen gesamtfürstlichen Vorhaben feinversprüht. Dies beschert in der Folge stetig und wunderbar blühende Vorhabenkulturen, die auf liebevolle Art gepflegt sein wollen. Der durch die Düngung freigesetzte Lavendelduft schafft eine wirtschaftsförderliche angenehme Atmosphäre, die viele Hoflieferanten wie blütensüchtige Hummeln anlockt. Auf diese befruchtend, ja sogar belebend wirkende Kultur, werden diese nimmermüde sich an den prachtvollen Vorhaben zu laben. Es sind inzwischen derart viele Hummeln, die sich auf den Blüten tummeln, dass die zu den Honigstöcken der Fürstentümer beheimateten Bienen nicht mehr an die Blüten herankommen. In der Folge sind sie kaum mehr in der Lage, genügend Honig zu produzieren. Sie sterben immer schneller aus. Dramatisch, denn dieser Vorgang läuft derart leise und beinahe unbemerkt ab, dass, ohne es zu merken, ein EhDa-Bienenvolk gedeihen konnte. Gleichsam invasiver Neophyten macht sich diese Spezies immer breiter. Sie passte sich ausgesprochen ideal an die, nennen wir sie, Vorhaben-Hummelkultur an. Für die Fürstinnen und Fürsten unbemerkt, übernahmen sie nach und nach die Aufgaben der ausgestorbenen Honig-Bienenvölker. Mit einem Unterschied. Sie produzieren keinen Honig mehr. Wer braucht heute schon Honig? Auf wundersame Art und Weise werden sie durch den Lavendelduft derart stark berauscht, dass sie kein Hungergefühl verspüren und so auch nur wenig Nahrung zu sich nehmen müssen. Ihre Lebenserwartung ist allerdings nicht sonderlich lange. Sie sind auch nicht so schön anzuschauen wie die wohlgenährten, herausgeputzten Hummeln. Sie fallen deshalb auch keinem wirklich auf. Sie sind quasi eh da. Und es sind auch nicht mehr so viele. Gerade noch genug, um die Essensreste der Hummeln aufzuputzen, bevor sich üble Gerüche verbreiten können. Die Fürstentümer profitieren, dank diesem Schnippchen der Evolution, gewaltig. Man könnte von einer Win-Win-Situation sprechen. Einerseits gelingt es den Hummeln so das Überleben ihres Volkes zu sichern und andererseits gelangen die Fürstentümer zu unermesslichem Reichtum, der es ihnen ermöglicht, weiterhin grosszügig Pferde zu kaufen. Für die Untertanen entsteht dadurch allerdings kein Mehrwert. Ihnen ist das Reiten der Pferde untersagt. Seit einiger Zeit hat nun der Hofstaat den Auftrag den Untertanen das Sparen schmackhaft zu machen. Damit es ihnen besser gehe. Zum Sparen sind auch die EhDa-Bienen dringend angehalten. Bei ihnen ist das nicht ganz problemlos möglich. Sie leben ja bekanntlich fast ausschliesslich vom Lavendelduft. Sparen heisst für sie konkret, Reduktion der Nachkommen, mehr Arbeit. Der Rat der Fürstentümer hat sich darauf geeinigt, einen Talersparen-Erlass herauszugeben. Im Rat bestand nämlich gross­mehrheitlich Konsens, dass nicht nur lebende Pferde geritten werden können und sollen. 

Dem Rat nahestehende Kreise glauben verstanden zu haben, dass man mit dieser Lösung auch dem Umstand Rechnung tragen will, dass tote Pferde automatisch weniger Dung produzieren. Der Effekt? Die Ressource für das Düngen der Vorhaben werde damit verringert. Es sei aber klar und deutlich signalisiert worden, dass man die Risiken einer Unterdüngung im Auge behalten müsse. Für das notwendige Risikomanagement werde zeitnah ein kompetentes Experten-Kontrollorgan instanziiert. Eine externe Institution, die schon in der Vergangenheit, bei anderen Fürstentümern, mit Dung von toten Pferden zu tun gehabt haben soll. Ausserdem suche man intensiv nach kostengünstigerem Ersatz für das Lavendelwasser. Laut den vorliegenden Gutachten der Experten sei dieser Duft mit höchster Wahrscheinlichkeit gesundheitsschädigend, und die Wirksamkeit dieser Dünger-Ingredienz höchst umstritten. Sie sei seit J-Eh-her-da, und bei der Düngung verwendet worden. Unklar weshalb. Detaillierte Studien sollen in Kürze aufzeigen, wozu das EhDa-Bienenvolk überhaupt benötigt wird.