Wellenreiten

Agil bleiben, Mensch!

Angst vor dem Nasswerden? Gehörigen Respekt vor Extremsportarten? Schwimmen nicht Dein Ding? Dann wird Dir jeder halbwegs normale Mensch vom Wellenreiten abraten. Na ja, so schlimm kann es ja nicht sein. Es ist doch noch kein Meister vom Himmel gefallen. Etwas Überwindung und dann mal langsam herantasten. Das Wellenreiten beginnt ja erst mal mit dem Paddeln, sich in Position bringen, um im geeigneten Zeitpunkt mit einem Take-off auf das Brett zu springen. Das kann nicht so eine Sache sein! Gut, Wellenreiten macht müde und ist anstrengend. Rechtzeitig Pause machen! Man muss fit und die Ausrüstung in Schuss sein. Und los geht’s! Jeder Ritt wird faszinierender und stilsicherer. Spass pur mit Rahmenbedingungen!

Anzeichen, die auf Gefahren hindeuten, musst Du erkennen können. Die Variantenvielfalt zum Beenden eines Surfgangs ist gross. Sich von der Welle zum Schluss des Ritts überspülen lassen, danach wieder auftauchen und die nächste Welle reiten, die Welle zu Ende reiten und sich in der Brandung auf den Strand spülen lassen, an einem Felsen aufklatschen, von der Strömung aufs offene Meer ziehen lassen, sich von einem Hai fressen oder einem Rochen piksen lassen oder für heute aufzuhören und langsam an den Strand schwimmen. Nicht jede Variante ist gleich schmerzhaft. Oft kommt starker Gegenwind auf, der zum Abheben führen kann. Vorsicht vor der Brandung! Immer noch Bedenken? 

Was soll dieses Wellenreitgerede? 

Ganz einfach. Ich bin der Meinung, dass sich unser Job und Gebaren im fürstentümlichen ICT-Umfeld dem Wellenreiten stark ähnelt. Wir sind doch auch ausgesprochen stark von den Strömungen und Wetterverhältnissen auf den grossen Meeren abhängig? Versucht doch jeder von uns, auf seine Art, nicht unterzugehen. Auf der Flucht vom brechenden Wellenkamm, die eigene Welle zu reiten. Sind nicht auch wir immer auf der Hut vor den Haifischen und den ewig lauernden Rochen, die einem abstechen wollen? Und ob! Das schon seit Jahren! An unserer Meeresküste kommt der Wind nie aus derselben Richtung. Auf den Wetterbericht ist auch kein Verlass. Das macht unseren Job doch so reizvoll! Wir lassen uns immer wieder faszinieren von den Naturgewalten! Wir haben Spass am wechselnden Wetter, an Veränderungen. Veränderungen dürfen übrigens Spass machen! Auf Veränderungen reagieren können, das ist die «grosse» Kunst. Man sagt dem heute, agil sein. Agil sein, ohne die Erfahrungen leichtsinnig über Bord zu werfen. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass es einem bei Orkanwetter das Wellenbrett um die Ohren haut. Also, entweder Ohrenschoner anziehen oder das Wellenbrett ins Lee stellen. Du kannst Dir immer noch nicht vorstellen, dass Wellenreiten etwas mit unserem Job und dem Fürstentum zu tun hat? Machen wir die Gegenprobe. Ersetze das Wort Wellenreiten mit «Service Managen».

Agil bleiben Mensch! Fit sein, um auf Veränderungen locker reagieren zu können. Das Nasswerdenwollen muss Spass machen. Agilität lebt, wie das Wellenreiten auch, vom selbstverantwortlichen Handeln. Eigeninitiative übernehmen und eigenständig handeln, dabei immer auf das Umfeld und die Wetterbedingungen achten. Wellenreiten ist komplex. Es kann alles, jederzeit passieren. Eine Anleitung «wie muss ich richtig Wellenreiten» gibt es nicht. Wer kennt sie nicht die Bilder, auf denen die braun gebrannten Surfer die Wellenwand hinab gleiten. Wellenreiten ist offensichtlich nicht nur eine Extremsportart. Es hat etwas mit Lifestyle zu tun. Freude sich mit den Naturgewalten auseinanderzusetzen, mit ihnen zu leben.

Immer noch nicht motiviert? Zum Wellenreiten muss man geboren sein. Standfest muss man sein und! man muss es lernen. Wenn es keinen Spass macht, lass es, mit gutem Gewissen!