Gegen Betonmauern rennen

Zivilcourage und Ethik

Beton ein künstlicher Stein. Was in seiner Anfangsphase als grauer und zäher Brei, giess- und formbar ist, wird beim Austrocknen hart und fest. Daraus entstehen Bauwerke, die witterungsbeständig und stabil Generationen überdauern. Decken, Stützen, Hochhäuser, Tunnel, Brücken, Staumauern und vieles mehr wird aus Beton gebaut. Auch in unserem kantonalen IT-Amt wird Beton verbaut. Er dient zur Zementierung von Vorgaben, Weisungen, Ideen und Arbeitsplatzumgebungen (Kantonaler Workplace / KWP und Applikationsplattform / APF). Was einmal gebaut ist, soll über Generationen hinweg, ewig Bestand haben. Dabei ist unerheblich, ob es sich bei den Bauwerken um schnelllebige Technologien oder Gesetzestexte und Vorschriften handelt. Es wird betoniert was das Zeug hält. Es gelingt sogar die verbleibende Agilität in Beton zu giessen. Das muss so sein. Das wäre dann gerade noch schöner, wenn da irgendwelche Wirrköpfe an den Grundmauern der Verwaltung rütteln könnten. Elende Wirrköpfe, elende!

Die so Denkenden, nennen wir sie «Granitgrinde“, stehen im Verwaltungsumfeld in vielfältiger Form an strategisch wichtigen Stellen herum. Durch vermehrt, ökologisch orientierte Einflüsse werden neu auch Holz-, Eier- und aus weicherem Grünmaterial bestehende Grinde angezogen. Betonmauern werden nun künftig mit Grünzeug dekoriert. Was inzwischen leider verdrängt wird und zur echten Mangelware geworden ist, sind «Chnebelgrinde». Chnebelgrinde sind Querdenker und stehen den Granitgrinde vor der Aussicht. Sie sind mutig und trauen sich, bereits beim Einschalen der Betonmauer, an genügend Aussparungen zu denken, damit nach dem Aushärten auch Fenster und Türen versetzt werden könnten. Sie denken auch an Installationsrohre für Strom und Wasser, die in die Schalung integriert werden sollten. Die KWP/APF-Betonmauern brauchen dies alles nicht. Sie werden als Panzersperren eingesetzt. Installationsrohre und Aussparungen würden nur ihre Struktur schwächen. Panzersperren verhindern an vielen Orten das Durchkommen. Das Betonwandgegenrennen eine neue Trend-Sportart, hat anfangs viele Schwerverletzte gefordert. Für das Leben gezeichnete Gladiatoren. Sie fallen durch ihre schrägen Nasen, tiefen Stirnnarben und einer geduckten Haltung auf. Mit Sperrenpolster, Schutzkleidung und einem Profi-Coach, machen die Spiele richtig Spass. Wenn es einmal boomt, bringt man es fast nicht mehr weg. Die Verletzungen nehmen zu und sie werden schwerer. Ethiker bemühen sich seit längerem, zusammen mit den verbleibenden Chnebelgrinde, die Gladiatorenkämpfe zu verhindern und Lösungen zu finden. Was ein echter Chnebelgrind ist, lässt sich auch nicht so einfach von seiner Überzeugung abbringen. Granitgrinde aber auch nicht! Es fehlt ihnen zudem naturgebunden an «Flexi-Agilität». Zugegeben Chnebelgrinde sind etwas kurlige, aber kreative, flexible Gestalten. Sie können gut erkennen, dass das Aufprallen auf Betonwände, Tausenden schadet und niemandem guttun kann.

Ethisches Handeln steht im Vordergrund.

Keine Angst vor Ethik! Das ist weder eine Sekte noch etwas Schädliches, auch wenn es ansteckend sein kann. Frei von interessenpolitischen Ideologien bildet ethisches Verhalten die Grundlage für eine ehrliche und nachhaltige Joberledigung. Wichtige Impulse, um aus dem «Aussitz- und Harmonie-Modus“ ausbrechen zu können. 

Mach mit! Hilf den Chnebelgrinde! Werde selber zu einem! Unter ihnen sind nicht wenige, die beim Aufrichten der Mauern dabei waren, dabei sein mussten. Sie wissen wie es geht. Das Zeitalter des Kernbohrens ist angebrochen. Betonmauern müssen nicht zwingend unter tosendem Lärm gesprengt werden, nur weil Aussparungen vergessen gingen. Man kann sie an geeigneter Stelle nachbohren. Nutzbringende Verbindungsstellen können so, doch noch geschaffen werden. 

Sei zwischendurch wieder einmal mehr Chnebelgrind und Du wirst in guter Gesellschaft sein! 

  • Übernimm die ethische Verantwortung für Dein Handeln.
  • Trage zur Schonung beschränkter Ressourcen und zur Verminderung schädlicher Umweltbelastung bei.
  • Bewerte und berücksichtige Nutzen, Risiken und Schaden bei der Umsetzung technischer Erkenntnisse in praktischen Anwendungen.
  • Sei bestrebt durch innovatives Verhalten, Fortschritte zugunsten von Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaftlichkeit zu erzielen.
  • Sorge durch stete Weiterbildung für die erforderliche berufliche Kompetenz.
  • Verpflichte Dich der Wahrhaftigkeit, nach aussen und innen.

(In Anlehnung an die ethischen Grundsätze der Schweizerischen Akademie für Technische Wissenschaften (SATW))